| Schweizer Pädagogen sind auch für einheitliches Lernen zurück |
| Lehrerkollegien
aus den Gemeinden Hausen im Wiesental und Hausen bei Brugg trafen sich / Gang durchs Naturama in Aarau |
|
Hausen
(cb). Seit 33 Jahren besteht die Partnerschaft zwischen Hausen bei Brugg im Kanton Aargau und Hausen im Wiesental, Seitdem finden alljährlich Begegnungen zwischen den Gemeindevertretern, den Senioren und Vereinen statt. Von Anfang an wurden die Schulen einbezogen, wobei sich die Kinder beim Jugend- oder Hebelfest treffen und abwechselnd ein Gedankenaustausch zwischen den Lehrerkollegien vorgesehen ist. Dieser Tage fuhren die Wiesentäler Pädagogen zu ihren Freunden in die Schweiz, wo bei Kaffee und Kuchen Rektor Richard Wullschleger die deutschen Gäste begrüßte und voller Stolz die im Bau befindlichen kindgerechten Anlagen mit Bächlein und Beseitigung der Teerflächen des Schulhofes, die zu offenen Spielfeldern werden, präsentierte. Schulpolitische Entwicklungen in Baden-Württemberg und der Schweiz wurden verglichen. So legt man im Kanton Aargau Wert auf die Änderung der Schulstrukturen wie Stärkung des Rektorats und Ausbildung zum Fachlehrer (ganz neu). Englisch soll künftig ab Klasse drei eingeführt werden, aber erst, wenn genügend Fachkräfte mit ausreichender Qualifikation und Auslandsaufenthalt zur Verfügung stehen. Von deutscher Seite wurde der Entscheid für Französisch ab kommendem Schuljahr in Klasse eins an der Oberrheinschiene erläutert, was auf Unverständnis bei den Schweizer Kollegen stieß. Sie hielten eine landesweit einheitliche Einführung einer Fremdsprache für besser. Eine Gesprächsrunde ergab sich zur Projektprüfung und die Ausweitung von landesweiten Prüfungen zum Leistungsstand einzelner Klassenstufen. Schwerpunkt des Nachmittages bildete der Besuch des im Monat April neu eröffneten Museums Naturama (in fünf Monaten rund 30 000 Besucher) in Aarau, dessen Philosophie von der Mitarbeiterin Kathrin Krug ausführlich vorgestellt wurde. Eine unverwechselbare, innovative Institution sei das Museum geworden, ein Kompetenzzentrum für nachhaltige Entwicklung, das Synergien erzeugen und über den Kanton hinaus ausstrahlen wolle. Das Motto für alle Dienstleistungen laute: „Vergangenheit verstehen, Gegenwart gestalten, Zukunft entdecken". Langfristiges Ziel der Museumspädagogik beinhalte die Unterstützung des.Bildungsauftrages mit Beratung von Einzelpersonen und Gruppen bei der Planung von Aktivitäten im Naturama, Aus- und Weiterbildungskurse mit fachlichen und pädagogischen Inhalten, Begleitung von Schulprojekten, Bereitstellung von Unterrichtsmaterialien. Eine weitere Säule betont die Umweltbildung, Förderung und Koordination von Natur- und Landwirtschaftsschutz sowie eine öffentlich zugängliche Mediothek. Für beide Lehrerkollegien war der Gang durchs Naturama unbekannt, sodass alle auf die Ausstellung gespannt waren. Man kam aus dem Staunen nicht heraus. Mit allen Sinnen konnte geforscht und erprobt werden, wählte man am „Touch- Screen" die interessierenden Themen aus, erfuhr man die Vielfalt der Lebensräume und den Artenreichtum der Tier- und Pflanzenwelt in Wort, Bild oder sehenswerten Exponaten, ansprechend aufbereitet für Alt und Jung. Auch gab es lebende Tiere in ihrem natürlichen Umfeld zu beobachten, zum Beispiel die Zwergmaus, das kleinste einheimische Nagetier, in seinem Lebensraum als Akrobat im Schilf. Beeindruckend waren die Darstellung der Erdgeschichte auf Tafeln mit den Versteinerungen von der Urzeit bis zur Erdneuzeit sowie die Abteilung der Tiere der Eiszeit und der Saurier. Äußerst nachdenklich stimmten die Informationen zur Agenda 21: der Umgang des Menschen mit Natur, Umwelt und Ressourcen sowie die befürchteten Entwicklungen in ökologischen und wirtschaftlichen Bereichen. Auf Einladung der Gemeindeverwaltung Hausen bei Brugg klang der Tag bei einem vorzüglichen Abendessen im „Gasthof zum Schützen" aus. Rektor Klaus Brust überbrachte die Grüße von Bürgermeister Bühler, bedankte sich für die Zusammenkunft, überreichte einen Kalender mit Luftbildern aus dem Wiesental und freute sich, dass drei Schweizer Kollegen am Pädagogischen Tag in Hausen i. W. mit Fragen zu Lernmethoden und -kompetenzen teilnehmen werden und so der Gedankenaustausch weitergehen wird. zurück |