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Lehrerpersönlichkeiten |
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Wilhelm Bernhard
(26. 1. 1867 - 6. 12. 1920)
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Hauptlehrer
Friedrich Wilhelm Bernhard ist eine umstrittene Persönlichkeit. Zu
seinen Lebzeiten hat er viele Ehrungen entgegennehmen können. Nach seinem Tode beschloss die Gemeinde, einen Grabplatz umsonst zur Verfügung zu stellen. Ein späterer Rektor der Hausener Schule schreibt: „Bürgermeister Roths tat einen glücklichen Griff, und seit Bernhards Zeiten wird von den alten „Husemer“ jeder Lehrer und Dirigent an ihm gemessen. Behringer und Zumtobel erklärten ihn für einen „strengen und tüchtigen Lehrer“ und bemerkten weiter: „Bernhard war ursprünglich von robuster Gesundheit, aber Volksschulen mit hohen Kinderzahlen und einem Schülermaterial, das den verschiedensten sozialen Schichten entstammt, stellen zweifellos an die Lehrkräfte . . . besonders hohe Anforderungen in körperlicher wie geistiger Beziehung. Der aufreibende Schuldienst warf denn auch den . . . Lehrer frühzeitig aufs Krankenlager". Noch in seinen Lebenserinnerungen schreibt Zumtobel von dem „hochverehrten Hauptlehrer Bernhard". Es soll aber auch festgehalten werden, was man sich bis heute vielfach im Ort erzählt: Bei Bernhard habe der Stock sehr locker gesessen, er habe oft und heftig geschlagen. Außerdem soll er die Arbeiterkinder besonders scharf und hart angepackt haben. Die „Bergwerkler“, die Arbeiter aus dem Oberdorf, behaupten, Bernhard sei ein „Arme-Leute- Hasser“ gewesen. Dies dürfte der Hintergrund für die schon öffentlich eingeräumte Strenge sein. Bernhard rieb sich im Schuldienst, wie er ihn verstand, auf und wurde frühzeitig krank. Schon mit 53 Jahren ist er gestorben. Der 1867 geborene Bernhard stammte aus einer gutbürgerlichen Familie, die in Unterschwarzach bei Eberbach im badischen Unterland lebte. In Hausen wirkte der junge Mann zunächst als Schulverwalter . Bürgermeister Johann Jakob Roths und die Ortsschulbehörde sahen in ihm einen jungen und leistungsfähigen Lehrer, geeignet um die Nachfolge des Hauptlehrers Greiner anzutreten und große, vielfach von Kindern aus Arbeiterfamilien besuchte Klassen zu zähmen. Für Roths umfasste die damalige Fabrikbevölkerung, die sich "Zucht und Ordnung am meisten wiedersetzenden Subjekte". Der Bürgermeister wünschte sich deshalb in kaum verhüllten Worten gewissermaßen schlagkräftige Lehrer. Von 1893 bis 1920, für 27 Jahre, war Bernhard nun die leitende Persönlichkeit der hiesigen Schule. Und er hat nicht enttäuscht. An der Schule herrschten Ruhe und Ordnung. Die oberen Klassen, die er am Hebelfest vorführte, konnten mit Ehren bestehen. Beispielweise wird von einem Steckenbleiben beim Gedicht- Aufsagen nie berichtet. Mit seiner großen musikalischen Begabung hat Bernhard das kulturelle Leben stark bereichert. Als Gesangslehrer und Dirigent übernahm er die Leitung des Männerchores und des Gemischten Chores. Die Chöre traten gemeinsam bei kirchlichen und weltlichen Anlässen auf. Oft schnitten die Hausener Gesangsfreunde auf Sängertreffen gut ab. Mit dem Gemischten Chor errang Bernhard kurz vor dem 1. Weltkrieg bei einem Sängerwettstreit den ersten Preis. Von 1897 an dirigierte er für kurze Zeit auch die Hebelmusik. Wilhelm Bernhard gehörte zu den Gründungsmitgliedern des Krankenpflegevereins Hausen, der nach mehreren Versuchen am 1. November 1900 aus der Taufe gehoben wurde und seither sehr segensreich gewirkt hat. Die nationalliberale politische Einstellung des Hauptlehrers kam im 1. Weltkrieg voll zur Geltung. Der rührige Dirigent schaffte es, das Leben des Gesangvereins aufrecht zu erhalten - man gab Konzerte zugunsten der Kriegshilfe. Der gleichnamige einzige Sohn Bernhards zog freiwillig in den Krieg und fiel 1917 an der Westfront. Für die Mitwirkung an der Trauerfeier spendete der Vater dem Gesangverein noch 25,- RM. Am Glauben an den Sieg soll Bernhard trotz des großen persönlichen Verlustes bis zum bitteren Ende festgehalten haben. Schon am 8. Dezember 1920 wurde er selbst zu Grabe getragen. Kann man nach Jahrzehnten in einer sehr veränderten Zeit fragen: Wie oft hast Du Kindern Schmerzen zugefügt? Wie oft hast Du Herzleid verursacht? Wir wollen auch die achtungsvollen Urteile nicht vergessen. Man könnte in die andere Waagschale die Schonungslosigkeit gegenüber der eigenen Person werfen. Und da sind noch die reichen musischen Gaben, die den Mitmenschen gegenüber leuchteten. Der Liebe zum größeren Vaterland steht die Abneigung gegen die als falsch empfundenen Arbeiter gegenüber. So bleibt ein besonderer, vielseitiger Mensch. nach der Orts- Chronik von 1985; Original- Text: Klaus Schubring |
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Ein Unrecht
Meine Schwester war die weitaus beste Schülerin ihrer Klasse, sie hatte daher bei der Schulentlassung Anspruch auf das große Hebelbüchlein. Bernhard ließ es ihr nicht zu kommen, sondern drehte die Sache so, dass ein von ihm begünstigtes Gemeinderatskind statt ihr das Hebelbüchlein bekam. Das hatte damals viel Staub aufgewirbelt und scharfe Kritik ausgelöst, so das noch ein gerichtliches Nachspiel folgte. Bernhard begründete sein parteiisches Verhalten mit der Behauptung, meine Schwester habe im Unterricht zuviel geschwatzt. Das er ihr damit eine nie wieder heilende Herzwunde schlug, hatte Lehrer Bernhard, den ich sonst sehr schätzte, nicht bedacht. Noch einige Jahrzehnte später, kurz vor ihrem Tode, klagte mir die Schwester weinend, wie sehr sie an diesem Unrecht trage, das ihr Lehrer Bernhard zugefügt hatte. (Reinhold Zumtobel: Vom Gemeinde-Bub zum Ehrenbürger, Schopfheim o. J.) |
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| Schulmeister und Lehrer zur Schule 1908 zum Klassenfoto 1900 | |
| Wurde erstellt von Miriam, Maria und Mecnun Zurück | |