Lehrerpersönlichkeiten

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  Schulmeister Wollenbär                 (in Hausen 1837 - 50)

 
 
Lehrer Wollenbär stammte aus Lahr. 1837 übernahm er die Hausener Schule, als Schulraum diente ein Zimmer im
 Schulgebäude von 1773, in diesem Haus wohnte er auch mit seiner Familie. 1849 wurde das zweite Schulhaus
 eingeweiht, da jedoch kein 2. Lehrer eingestellt wurde (es fehlte das nötige Geld), wurde nur einer der beiden Räume
 benutzt und Wollenbär musste bis zu seiner Versetzung 1850 alle Kinder, das waren 120 (!) Schüler , allein unterrichten.
 Mehrere Dokumente belegen einige Lebensumstände in der Zeit von 1847 - 50. Zunächst erfahren wir (1847), dass es
 dem Lehrer wirtschaftlich sehr schlecht geht, der Ortspfarrer Seisen setzt sich für ihn und seine Familie (5 Kinder) ein -
 er hat Schulden und nur ein Teil des Gehaltes wird ihm ausgezahlt - seine Familie leidet unter materieller Not,
 insbesondere: "sind die Lebensmittel unerträglich teuer" - daher "sei eine staatliche Unterstützung gerechtfertigt".
 1848 jedoch, nachdem sich Wollenbär um eine Stelle in Obereggenen beworben hat, scheint Seisen ihn loswerden zu 
 wollen: "Die Gemeinde ist schon mit vielen armen, herabgekommenen Familien und unehelichen Kindern belästigt, 
 außerdem ist die Lehrerwohnung zu klein und der Schulneubau stockt". Die Gesuche haben keinen Erfolg. 
 1849 schließlich sieht der Pfarrer in Wollenbär vor allem einen politischen Gegner: "die gutgesinnten Bürger sind mit 
 ihm sehr unzufrieden" - zudem habe er seine Freude über die Fortschritte des Aufstandes (die badische Revolution von 
 1849) nur schlecht verborgen. 1850 stimmen die Bezirksschulvisitatur und der Ortspfarrer darüber ein, "dass der Lehrer
 dem Trunke ergeben sei". Diesen Vorwurf muss man jedoch mit größter Vorsicht behandeln - aufgrund der noch nicht
 vorhandenen Zeitungen waren die Gast- bzw. Wirtshäuser nahezu die einzige mögliche Informationsquelle - es war 
 daher sehr leicht, den politisch interessierten und für die Revolution engagierten Lehrer mit seinen bei der Suche nach
 Informationen häufigen Aufenthalten in eben diesen Häusern in Verruf zu bringen. 1850 bekam Seisen seinen Willen - 
 und Wollenbär wurde nach Neumühl bei Kehl strafversetzt. Als die Abreise schon feststand, erließ der Schulvorstand
 noch einen Spendenaufruf: "da die Kinder teilweise von Kleidern entblößt sind und die Mittel von einer dienstbringenden
 Hand nicht ausreichen, um dieselben nur notdürftig anzuschaffen". Wollenbär kam am neuen Ort wieder auf schwierigen
 Boden in eine arme Gemeinde - doch sein weiteres Schicksal ist in Hausen nicht bekannt.

 nach der Orts- Chronik von 1985; Original- Text: Klaus Schubring

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