Lehrerpersönlichkeiten

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  "Schulmeister" und
"Lehrer"

 
 
In früherer Zeit wurden die Lehrkräfte an der Volksschule im heimatlichen Sprachgebrauch als "Schulmeister" 
 bezeichnet - so spricht Hebel von "seinem Schulmeister Andreas Grether". Es handelt sich keinesfalls um einen
 Spottnamen, der auf mangelnden Respekt vor der Lehrperson schließen lässt - mit ihm war vielmehr durchaus 
 zutreffend die Rolle aufgezeigt, die eine Lehrkraft zu spielen hatte, so lange sie den Schuldienst nur nebenamtlich (!)
 ausübte, den Haupterwerb aber außerhalb des Dienstes als Handwerksmeister, Gemeindeangestellter,
 Kirchenbediensteter usw. suchen musste. Die zeitgeschichtliche Grenzlinie ist somit unschwer zu finden: 
 von Lehrern sprechen wir seit der Zeit, da sie hauptberuflich die Lehrtätigkeit ausübten, mithin in sozialer und
 gesellschaftlicher Hinsicht einen neuen besonderen Stand bildeten.

 
Zuverlässige Berichte über die Schule in Hausen gibt es erst seit 1680. In diesem Jahr (bis ca. 1700) übte 
 Hans Brüderlin den Dienst aus, somit können wir ihn als ersten Schulmeister ansehen. Er war  gleichzeitig
 Gerichtsschreiber, Ratsschreiber, Marchrichter und Sigrist - es handelte sich bei Brüderlin zweifellos um eine
 vielseitige Persönlichkeit.

 Der Lehrplan war natürlich ebenso primitiv wie die allgemeinen Schulverhältnisse. Lesen und Schreiben sowie
 Religionsunterricht bildeten 1680 die Hauptfächer. 1740 kam das Rechnen dazu, und 1767, zu Hebels Zeiten, 
 für besonders begabte Schüler Geometrie

 Der Schulmeisterposten in Hausen war offenbar nicht immer sehr verlockend - so wird von einer Röttler Lehrkraft
 Baumeister berichtet, dass sie "ihrer ohngeziehmenden und impertinenten Aufführung halber" nach Hausen 
 berufen worden sei - es handelte sich also um eine regelrechte Strafversetzung (übrigens hat Baumeister den Dienst
 in Hausen dann gar nicht angetreten).
 Von 1754 bis 1833, also fast 80 Jahre lang, haben
Andreas Grether und sein Sohn Johann Georg den Kindern 
 unseres Dorfes den Schulunterricht erteilt. Mit dem jüngeren Grether endet die Liste der Hausener Schulmeister.

 Ihm folgte 1833 als erster Lehrer Karl Kaps nach, der sein Amt aufgrund seines frühen Todes nur 2 Jahre ausüben
 konnte. Bemerkenswert war die Einführung des mehrstimmigen Gesangs durch ihn an der Hausener Schule.
 Diese Neuerung scheint einen tiefen Eindruck bei den Schülern (und in der Gemeinde) hinterlassen zu haben - u. a. 
 ging auch Johann Jakob Roths bei Kaps zur Schule, der später zu den Gründungsmitgliedern des Gesangvereines 
 gehörte und von 1880 - 1911 Bürgermeister in Hausen war (zu seinen großen Leistungen gehört der Bau des
 
Schulgebäudes von 1908). Weitere bedeutende Lehrerpersönlichkeiten waren Wollenbär und Wilhelm Bernhard.

 Bis zum Beginn der Weimarer Republik waren jeweils nur ein Lehrer oder Hauptlehrer für die Unterrichtstätigkeit
 zuständig, je nach den finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde und der Einsicht der Gemeinderäte unterstützt 
 durch ein oder zwei, ab ca. 1910 mehrere Neben-, Hilfs- oder Unterlehrer
 Fortschrittlichere Schulgesetze und Lehrpläne sowie Jahrgangsklassen und erweiterte Stundentafeln führten ab 1920 
 zu einer steigenden Zahl von Lehrern.
 1909 nahm in Hausen die erste Lehrerin, Lili Reckendorf, ihren Dienst auf. Seit dieser Zeit haben die Lehrerinnen
 einen immer größeren Anteil an Unterricht, insbesondere in den ersten 4 Klassen, und in den Kollegien übernommen.

 
nach der Orts- Chronik von 1937; Original- Text: Georg Behringer und Reinhold Zumtobel 

zusammengestellt: H. Baumgartner                                                                                                                 Zurück