|
1913 |
zurück | |
| Hurrapatriotismus vor dem 1. Weltkrieg | ||
|
Vor dem ersten Weltkrieg war in Europa eine Kriegsbegeisterung, wie man es
sich heute nicht mehr vorstellen mag. Jede Nation wollte die wichtigste
sein, jede wollte sich Kolonien unter den Nagel reißen- jede hielt sich für
die beste. Flottenrüsten und allgemeines militärisches Aufrüsten bestimmten
die Politik. Militärisches Denken durchdrang auch das alltägliche Denken.
Soldat sein, eine Uniform tragen galt als chic. Militärische Tugenden waren
gefragt. |
||
![]() |
Die Flottenrüstung spielte beim imperialen Großmachtstreben Wilhelm II. eine zentrale Rolle - und das schlug durch bis in die tiefste Provinz. Matrosenanzüge für Kinder waren daher ungeheuer populär - auch hier in Hausen, wie das nebenstehende Bild einer Hausener Familie zeigt. |
|
![]() |
In wohlhabenden bürgerlichen Familien las man - auch auf dem Dorf - anspruchsvoll gestaltete Literatur, die ganz von nationalem und militärischem Denken durchdrungen war z. Bsp. den "Patriotischen Hausschatz" Und wie sah es in Hausen auf dem Land aus? Wie war es weit ab von den großen Städten? |
|
![]() |
Auf diesem
Bild sieht man die Kinder und Jugendlichen der Kindergarde "Hausen-Raitbach" stolz als Soldaten posieren. Sie spielen „Soldaterles"! Es kann gut sein, dass die älteren von Ihnen den wirklichen Krieg schon bald im Kriegsjahr 1914 als Soldaten kennen gelernt haben.
|
|
Laut Aussagen einiger älterer Hausener bei unserem Jubiläum sind auch tatsächlich bereits nach einem halben Jahr die ersten dieser Kinder "in Särgen" ins Dorf zurückgekehrt. |
||
|
Die Wacht am Rhein Es braust ein Ruf wie Donnerhall, wie Schwertgeklirr und Wogenprall: Zum Rhein, zum Rhein, zum deutschen Rhein! Wer will des Stromes Hüter sein? Refrain Lieb Vaterland magst ruhig sein, lieb Vaterland magst ruhig sein: Fest steht und treu die Wacht, die Wacht am Rhein! Fest steht und treu die Wacht, die Wacht am Rhein! Durch Hunderttausend zuckt es schnell, und aller Augen blitzen hell; der Deutsche, bieder, fromm und stark, beschützt die heil'ge Landesmark. Refrain Er blickt hinauf in Himmelsau'n, da Heldenväter niederschau'n, und schwört mit stolzer Kampfeslust: Du Rhein bleibst deutsch wie meine Brust! Refrain Solang ein Tropfen Blut noch glüht, noch eine Faust den Degen zieht, und noch ein Arm die Büchse spannt, betritt kein Feind hier deinen Strand! Refrain Der Schwur erschallt, die Woge rinnt die Fahnen flattern hoch im Wind: Am Rhein, am Rhein, am deutschen Rhein wir alle wollen Hüter sein. |
Die Wacht am Rhein Das Lied „Die Wacht am Rhein" war vor dem ersten Weltkrieg die heimliche Nationalhymne in Deutschland. Auch hier schwang der nationale Stolz mit, denn Deutschland hatte 1871 den Krieg gegen Frankreich gewonnen. Es ist kein Zufall, dass gerade dieses Lied als Leitspruch für das Photo der Hausener Kindergarde diente. |
|
![]() |
Und dort, wo die geistige Mobilmachung auf
Technikbegeisterung traf - da wurde nicht nur ein waffenstarrendes Vaterland
propagiert, sondern in subtiler Weise auch das Motto "Ich kenne keine
Parteien mehr - ich kenne nur noch Deutsche" per Reichstag transportiert - und daraus folgend - per Siegessäule - "Gemeinsam werden wir siegen!" Das Ergebnis ist bekannt. |
|
| nach oben | zurück | |