Vordergründig erscheinen die Figuren
der Kalendergeschichten Johann Peter Hebels als farbige, oft lustige Typen.
Insbesondere gilt das natürlich für die „Schalks-Charaktere“.
Als Geistesverwandte Nassredin Hodschas oder Till
Eulenspiegels kommen sie uns grinsend entgegen. Zum Teil werde sie
missverstanden oder zumindest verengt auf die Schablone der nicht angepassten,
liebenswerten Gauner. Natürlich spiegeln und verzerren sie die Wirklichkeit
der Etablierten, wodurch sie die Kleinkariertheit der Biedermänner
ans Licht bringen. Deshalb gilt ihnen die Sympathie des Lesers. Doch die
gesellschaftliche Froschperspektive ist nicht
alles. Betrachtet man nämlich die Muster, welche den Verhaltensweisen
der Handlungsträger zu Grunde liegen, so entdeckt man Folgendes:
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Die Gauner Hebels sind Meister
der Menschenkenntnis. Sie verstehen die Regeln, welche das zwischenmenschliche
Leben bestimmen. Weil sie diese Regeln verstehen, können sie die Handlungsweisen
der Kommunikationspartner vorausschauen und frech Nutzen daraus ziehen.
Neben den Zundelbrüdern und dem Zirkelschmied, wären noch viele
zu nennen. Diese Lebenskünstler und Lebensopfer bieten den besserwisserischen
Mitmenschen die Reizmuster, welche sie dann zu Opfern ihrer Süchte,
Eitelkeiten oder Gier werden lässt. Dass Hebel auch um die psychische
Härte von Kommunikationsmustern wusste, zeigt die kommunikationspsychologische
Betrachtung zu „Das letzte Wort“.
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