| Mittwoch, 8. April 1992 / Nr. 83 |
[zurück] Badische Zeitung |
| Im Treppenaufgang des neuen
Schulgebäudes der Grund- und Hauptschule Hausen drängen sich
plötzlich in den Pausen Jungen und Mädchen, studieren aufmerksam
mehrere große Poster. Coladose, Kaugummipäckchen, Marmeladenglas,
Schokoladentafel und vieles mehr leuchten den staunenden Kinderaugen
entgegen, dazu unzählige Würfelzuckerstücke, Zahlenangaben und einige
aufschlußreiche Texte.
Was war geschehen? Die neunte Klasse hatte sich mit
ihrem Klassenlehrer Hansjürg Baumgartner im Unterricht ein wichtiges
Thema vorgenommen und fächerübergreifend bearbeitet: das „Projekt
Zucker". Ernährungslehre wurde mit Biologie, Chemie, Deutsch,
Mathematik und Kunst gekoppelt und die Ergebnisse in aussagekräftigen
und informativen Darstellungen und Texten festgehalten, um auch die
Mitschüler zum Nachdenken anzuregen. |
Angeregt durch Angaben der „Arbeitsgemeinschaft Jugendzahnpflege des Landkreises Lörrach" errechneten und dokumentierten die Schüler der neunten Klasse auf Schautafeln zum Beispiel den prozentualen Zukkeranteil, klebten die entsprechenden Würfelzuckerstücke anschaulich neben die präsentierten Lebensmittel.
Schülerprojekt in Hausen Das Märchen vom Zucker als Energiespender
So kann man sehen, daß ein Paket Karamelbonbons mit 175 Gramm Gewicht 170 Gramm Zucker, das heißt 97 Prozent Zucker, enthält. Ein Paket Kakaopulver mit 400 Gramm bringt es auf 350 Gramm Zucker, das sind 128 Stückchen Würfelzucker. Überraschend für die meisten Betrachter dürfte aber das Beispiel Salzstangen sei. Was, hierin soll Zucker stecken? Auf der Packungsangabe stehen unter anderem die harmlosen Worte „Auszugsmehl und Malz". Dahinter verbirgt sich, daß sich in einem Paket Salzstangen mit 250 Gramm Gewicht sage und schreibe 187,5 Gramm Zucker, also 75 Prozent, befinden. Bleibt zu hoffen, das mancher junge Mensch und dadurch vielleicht auch die Eltern ermuntert werden, den Lebensmittelverbrauch auch unter ernährungs- wissenschaftlichen Erkenntnissen zu überdenken und entsprechend gemäßigt beim Verzehr zu reagieren. st [zurück] |