Volkstrauertag 2006                                                                                               zurück

„Im Krieg tragen Väter die Söhne zu Grabe"

Gedenkfeier zum Volkstrauertag in Hausen / Schüler lesen Sinnsprüche vor

 

SchülerInnen der 9. Klasse der GHS
 

 „Es ist besser, in Frieden zu leben, als in Frieden zu ruhen". Solche Zitate und Sinnsprüche über die Sinnlosigkeit von Krieg und Gewalt - vorgelesen von Neuntklässlern - bildeten den Kernpunkt der Gedenkfeier zum Volkstrauertag auf dem Friedhof.

Die Feuerwehr stellte die Ehrenwache, als Bürgermeister Martin Bühler den Kranz zu Ehren der Gefallenen und Kriegsopfer am Ehrenmal niederlegte. Im Hintergrund ertönte das Lied vom guten Kameraden, gespielt von der Hebelmusik. Viele Bürger, der Gemeinderat und Vertreter des VdK gedachten hier der Opfer von Krieg, Gewalt und Schreckensherrschaft.

Denn auch über 60 Jähre nach Ende des großen Völkerringens in Europa sind die damit verbundenen Verluste und Erfahrungen in fast jeder Familie präsent, auch wenn sich die Reihen der Erlebnis­generation immer weiter lich­ten. „Im Frieden tragen die Söhne die Väter zu Grabe, im Kriege die Väter die Söhne". Dieses Herodot-Zitat war aus Schülermund zu vernehmen, ehe Hans-Joachim Demuth, Pfarrer i. R., für all jene betete, die durch Krieg und als Folge davon ihr Leben lassen mussten.

Dass die Erinnerungen an leidvolle Zeitepochen allgegenwärtig sind, verdeutlichte Martin Bühler, „auch wenn wir uns heute daran gewöhnt haben, in Frieden leben zu dürfen". Die Pflicht, der Toten zu gedenken, bleibe unberührt vom Frieden, der hierzulande seit über 60 Jahren herrscht.
 

Markgräfler Zeitung vom 20. 11. 2006 - Bericht: Tim Nagengast                          zurück



Die Zitate:


1) Im Frieden tragen die Söhne die Väter zu Grabe, im Krieg die Väter die Söhne.

 (Herodot, griechischer Dichter und Philosoph, 484 - 430 v Chr.)


2) Das Geheimnis des Glücks ist die Freiheit, das Geheimnis der Freiheit ist der Mut!

(Perikles, griechischer Staatsmann, 500 – 429 v. Chr.)


3) Der Krieg ist ein Massaker von Leuten, die sich nicht kennen, zum Nutzen von Leuten,   die sich kennen, aber nicht massakrieren.

(Paul Valery, französischer Schriftsteller, 1871 - 1945)


4) Im Krieg sind wir alle gleich. Aber unter tausend Braven trifft eine Kugel einen Unersetzlichen. Mit seinem Tod wird der Kultur eines Volkes eine Hand abgeschlagen, ein Auge blind gemacht.

(Franz Marc, deutscher Maler, 1880 - 1916)


5) Weil die Toten schweigen, beginnt immer wieder alles von vorn.

(Gabriel Marcel, französischer Schriftsteller, 1889 – 1973)


6) Das große Karthago führte 3 Kriege. Nach dem Ersten war es noch mächtig, nach dem Zweiten noch bewohnbar, nach dem Dritten war es nicht mehr aufzufinden.

(Berthold Brecht, deutscher Schriftsteller und Dramatiker, 1898 - 1956)


7) Glaubt nicht, dass ihr Millionen von Feinden hättet. Euer einziger Feind ist der Krieg!

(Erich Kästner, deutscher Schriftsteller, 1889 – 1974)


8) Wir müssen lernen unsere Konflikte zu lösen, ohne den Gegner töten zu wollen!

(Alexander Mitscherlich, deutscher Philosoph, 1908 – 1982)


9) Frieden ist nicht alles, aber ohne Frieden ist alles nichts!

(Willy Brand, deutscher Bundeskanzler, 1913 - 1992)


10) Das Geheimnis der Versöhnung ist die Erinnerung!

(Richard von Weizsäcker, deutscher Bundespräsident, geb. 1920)


11) Wenn wir annehmen, dass das Leben lebenswert ist und dass der Mensch ein Recht hat zu Leben, dann müssen wir eine Alternative zum Krieg finden.

(Martin Luther King, amerikanischer Bürgerrechtskämpfer, geb. 1929 - ermordet 1968)


12) Da Kriege ihren Ursprung in den Seelen der Menschen haben, muss auch die Verteidigung des Friedens in den Seelen der Menschen beginnen.

(Präambel der UNESCO, 1945)


13) Erschreckend war, dass viele der Gefallenen nicht älter waren als wir selbst.

(Eine Schülerin nach dem Besuch eines Soldatenfriedhofes)


14) Ist es wirklich schön, in Frieden zu ruhen? Ich finde, es ist besser, in Frieden zu leben!

(anonymer Eintrag im Besucherbuch eines Soldatenfriedhofes)


15) Hass bringt uns nicht weiter. Wir müssen die Botschaft der Liebe in die Welt tragen!

(Überlebender des Terroranschlages vom 11. 09. 2001 in New York)
 

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